Strickpulli: Stella McCartney Style 2

Wie oft näht ihr Basic Teile?

Lange hatte ich das Gefühl, wenn man etwas selbst näht muss es immer „etwas Besonderes“ sein.

Ein schwarzes Basic Top, was man bei H&M für ein paar Euro bekommt, würde ich doch nie nähen.
Allein der Stoff kostet oft ja deutlich mehr als das fertige Teil in entsprechenden Geschäften.
Also habe ich, als ich angefangen habe zu nähen, ganz oft mit sehr fragwürdigen Stoffen gearbeitet.

So nach dem Motto „Alles, was man noch nirgends sonst gesehen hat, ist gut!“

Das sehe ich übrigens oft bei Nähanfängern: man ist so überfordert von der vielen Stoffauswahl und greift dann oft zu den Stoffen,
die vielleicht ein süßes Muster haben oder auf eine andere Art „anders“ sind, man stellt sich aber das Kleidungsstück nicht als Ganzes vor.
Und dann hat man am Ende ein Kleid mit seltsamem Blumenstoff, der nicht schön fällt und das man so vermutlich nie im Laden gekauft hätte.
Nach und nach werden die meisten dann ruhiger in ihrer Stoffauswahl – genauso ging es mir auch nach einer Weile.
Die großen, auffälligen Blumenstoffe oder Grafikmuster sind zu Streifen und einfarbigen Stoffen in angenehmen Qualitäten geworden.


Nur ein kleines Beispiel meiner fehlgeschlagenen Stoffkäufe:

ich habe im Stoffladen einmal einen tollen Camouflage-Stoff gefunden, als Nähanfänger habe ich mir daraus mühsam eine Bluse genäht,
nur um am Ende festzustellen, dass der Stoff viel zu steif war für ein locker fallendes Kleidungsstück.
Heute hätte ich den Stoff vermutlich eher für das Futter eines festen Mantels genutzt oder ähnliches aber definitiv nicht als Oberteilstoff!
Aber da ich das Camouflage Muster so cool fand, musste ich es probieren
– das Teil hab ich später auf dem Flohmarkt verkauft – nachdem ich es nur wenige Male getragen hatte.

Trotz weniger Muster und weniger Bunt sollen die genähten Kleidungsstücke aber ja nicht langweilig sein.

Also ist die nächste Ebene der Schnitt: ich würde mich nicht als Profi in diesem Bereich bezeichnen,
ich veränder lediglich meine Lieblings-Grundformen in unterschiedliche Richtungen.
Ich mag es sehr, mit unterschiedlichen Details zu spielen – dann ist das restliche Kleidungsstück eher Basic, nur bestimmte Bereiche sind eben „besonders“.
Bei diesem Pulli sind es z.B. die Ärmel, die ich sehr verlängert habe und durch die zwei Bindungen in der Form verändert habe.

Im Vergleich zum ersten Stella McCartney Pulli ist dieser hier nicht ganz so, wie das Orignial geworden.
Ich hatte einfach zu wenig Stoff um die Ärmel weiter zu machen.
Trotzdem mag ich ihn sehr, hier kommt ihr zur Inspiration.

Schreibt mir gerne, was ihr von dem Pulli haltet oder was für seltsame Stoffe ihr schon vernäht habt (:
Diese Woche bin ich mal wieder bei RUMS dabei. Schaut dort vorbei für noch mehr Inspiration.

Bleibt kreativ, denn creativity is never wrong!