Selbstzweifel

Heute geht es um: das Aussehen, Selbstzweifel und das Bloggen


Vielleicht ist es dem ein oder anderen aufgefallen, dass ich mich nicht mehr viel zeige.
In meinen Instagram Storys sieht man hauptsächlich Maja und auch die Fotos die ich hier mache beschränken sich auf wenige Male,
an denen ich mal die Kamera raushole. Definitiv nicht mehr so regelmäßig wie früher!

Ich bin, wie vermutlich die meisten von uns da draußen, sehr selbstkritisch mit mir selbst. 

Ich definiere mich, vor allem natürlich auf Social Media Platformen, über mein Äußeres.
Hier kann ich mich präsentieren, wie ich möchte und hier kann ich entscheiden, was ich von mir zeige.
Doch in letzter Zeit habe ich mich mehr in mich zurück gezogen.
Ich laufe gerade oft rum wie der letzte „Penner“ – irgend eine Jeans – irgend ein Oberteil – fertig – los gehst!
Das liegt einerseits natürlich daran, dass Maja einfach nicht die schickste Gardarobe zulässt bzw. ich im Wald auch einfach nicht geil aussehen muss (und will).
Maja hat da sicher meiner Garderobe einen Schubs von „stylisch“ zu „praktisch“ gegeben aber viel ausschlaggebender ist eigentlich,
dass ich mich gerade einfach in meinem Körper nicht wohl fühle.

Ich habe oft das Gefühl, dass ich mich in meinem Leben nur auf sehr wenige Dinge gleichzeitig konzentrieren kann. 
Uni, Blog, Hund, andere Spinnereien, die mir noch im Kopf rumschweben usw. nehmen gerade meine ganzen Gedanken so sehr ein, dass mein Aussehen
und mein Körper sehr weit nach hinten gerutscht ist. Der Blick in den Spiegel wird seltener, ich beschäftige mich gerade einfach nicht so sehr mit mir,
was einerseits sicherlich auch positiv zu werten ist, andererseits aber dazu geführt hat, dass ich mich auch etwas gehen lassen habe.
Für mich ist Aussehen definitiv nicht das Wichtigste aber man hat ja mindestens ein Bild von sich selbst, dem man entsprechen möchte.
Dazu kommt dann noch meine Schwäche für Schokolade bzw. der Fakt, dass ich auch ein Stressesser bin und in anstrengenden Zeiten oft den Stress über Essen kompensiere.


Das wäre ja alles nicht so schlimm, wäre ich letzt endlich zufrieden mit mir.

Ich vermeide gerade den Blick in den Spiegel so gut es geht und wenn dann doch mal ein Tag ist,
an dem ich mich für irgend einen Anlass etwas „hübscher“ machen möchte, bin ich frustriert, dass mein Aussehen nicht meiner Vorstellung entspricht.

Nun habe ich auch noch diese tolle Webseite hier angefangen, auf der ich meine neu genähten Outfits an MIR präsentiere und an MIR fotografiere.

Das bedeutet: dieses aktuell sehr ungeliebte Ding namens Körper
muss auch noch für die Ewigkeit festgehalten werden!!!

In letzter Zeit ist mir die Lust nach bloggen und fotografieren also gehörig vergangen. Ich nähe gerade auch kaum etwas für mich – das aber eher aus Zeitgründen!
Die Sachen die ich euch in letzter Zeit ja präsentiere habe ich ja schon vor längerer Zeit genäht.

Nun stellt sich für mich letzt endlich die Frage: wie finde ich einen perfekten Weg für mich?
Es gibt ja letzt endlich drei Wege:
1. entweder ich zeige mich nicht mehr und muss die Outfits an Puppen oder anders fotografieren.
2. ich lerne mich nicht mehr ganz so sehr „gehen zu lassen“.
Oder 3. ich lerne damit umzugehen, dass es mir egal ist was andere Leute über mich denken.
Ihr könnt euch ja überlegen für welchen Weg ich mich wohl entschieden habe.
Hauptsächlich für 3 aber natürlich auch noch ein bisschen für 2 – nur ist 3. langfristig der sinnvollere Weg!

Also liegt es einerseits an meinem Fokus, der gerade ganz wo anders ist, was ich ehrlich gesagt nicht schlimm finde – ich finde es gut, dass meine Welt sich nicht um mein Aussehen dreht.
Aber andererseits liegt es auch an meinem nicht soo gesunden Lebensstil und meinem schlechtem Selbstbewusstsein – was schon nicht so optimal ist und definitiv geändert werden muss!!!


Es ist ein never ending Thema bei mir und wer meine Texte liest (falls sie überhaupt jemand liest) wird hier vielleicht ein Muster entdecken:
Ich habe einfach immer Schiss davor, wie andere Leute mich sehen!!!

Aber ich möchte auch keine perfekte Fassade sein.

Ich möchte keine dieser Bloggerinnen sein, bei der alles immer toll ist und die das eigene Leben scheinbar perfekt im Griff hat.
Denn Ich selbst falle immer wieder darauf rein und beginne diese Menschen dafür zu bewundern, wie toll sie ihr Leben organisieren,
obwohl ein Blick hinter die Kulissen vermutlich etwas ganz anderes zeigen würde!!! Ich möchte ein bisschen mehr Blick hinter meine Kulisse zeigen.
Ich möchte einen Einblick in meine Gefühlswelt geben und damit vielleicht mehr Frauen berühren,
die ähnliche Selbstzweifel wie ich haben und sich auch von diesen perfekten Fassaden eingeschüchtert fühlen.
Ich möchte das Thema Blog auch dafür nutzen, was es früher war: eine Art öffentliches Tagebuch.
Es fällt mir schwer aber ich kann ja immerhin kontrollieren, was ich hier heraustrage.

Ich kann euch sagen: an dem Tag, als diese Fotos entstanden sind,
habe ich mich extrem unwohl gefühlt und hätte mich am liebsten mal wieder vergraben!!!

Es hat aber gut getan die Fotos doch zu machen und zu merken: so schlimm ist es vielleicht doch nicht!!!
Du kannst es mit der richtigen Perspektive doch so darstellen, dass dir das Ergebnis am Ende doch gefällt!
Und selbst wenn: mein Körper ist nicht das, was mich ausmacht! Er definiert nicht meinen Charakter und macht mich als Mensch nicht besser oder schlechter!

Ich verstehe immer mehr, dass meine Selbstzweifel und meine Angst vor der Bewertung Anderer nur dadurch zu lösen ist, dass ich mich frei von der Meinung Anderer mache.
Das kann ich aber nur, wenn ich anfange die Dinge zu machen, hinter denen ich wirklich stehe.

Es ist also eine niemals endende Reise auf der Suche nach mir selbst,
nach dem was mir wirklich am Herzen liegt. 

Und mir liegen solche Texte am Herzen, daher werde ich sie hier mit einfließen lassen und meine Gedanken in die Welt hinaus schicken. (:
Denn es gibt noch viele Themen, die mir wichtig sind und die ich hier verarbeiten möchte.
Und ich möchte mich langfristig auch nicht nur über mein Äußeres definieren und meinen Blog darauf aufbauen,
dass ich toll vor der Kamera rumhampel, sondern ich möchte ehrlicher sein und authentischer.

Da muss ich jetzt doch mal noch ein Zitat aus dem Lied „Authentizität“ von Dexter & Fatoni einwerfen:

Scheiß auf Authentizität, ich will einfach nur ich selbst sein.
Und die Frage ist, wie ist man denn überhaupt sich selber?

So ein etwas emotionalerer Text, der mal wieder darauf hinaus führt, dass ich lernen muss auf die Meinung anderer zu kacken – bin ich grade dabei (:

So, was könnte ich denn noch zu dem Oberteil schreiben?
Achja: die Stoffe kommen von unterschiedlichen Kleidungsstücken, wenn ich es richtig in Erinnerung habe von Röcken.
Damit man vorne die Naht nicht sieht, habe ich den Streifen drauf genäht (:
Schaut auch bei RUMS vorbei für weitere Inspiration.
Der Schnitt ist der Selbe wie der des Upcycling Oberteils Hier.

Was hältst du vom Oberteil?
Schreib mir gerne einen Kommentar oder auch deine Gedanken zum Text!!!

Bleib weiter kreativ, denn creativity is never wrong!

Upcyclingshirt für die #upcyclingcrew

Heute gibt es meinen Beitrag zur #upcyclingcrew.

Bei der Upcycling Crew handelt es sich um eine Aktion, bei der einige Blogs tolle, kreative Upcycling Ideen vorstellen.
Schaut also auch gerne bei den anderen Blogs vorbei für noch mehr Inspiration.
Danke an Susanne von FAIRY TALE GONE REALISTIC  für diese tolle Idee!!!


5. März 2018: FAIRY TALE GONE REALISTIC
6. März 2018: Jana Knöpfchen
7. März 2018: Two and a half Seams
8. März 2018: Fashion Tam Tam
9. März 2018: Letters and Beads
10. März 2018: Oh Chiffon
11. März 2018: Das Puppenkind
12. März 2018: Hanna Louise
13. März 2018: Lena näht
14. März 2018: La Bavarese
15. März 2018: Jessica Li
16. März 2018: Aschenputtel Fashion


Aber jetzt würde ich sagen: los gehts!!!

Bei mir dreht es sich heute um ein never ending Thema: STOFFRESTE!!!

Ich wette, JEDER von euch hat sie und lässt sie in einer Kiste vor sich hin gammeln, bis man sie vielleicht irgendwann mal für ein kleines Projekt gebrauchen kann.
Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen würde ich sagen!!!!!! Denn schon seit einigen Jahren habe ich immer wieder Shirts aus den Resten gemacht
und will euch ein bisschen ermutigen auch mal nach euren Stoffrestekisteschätzen zu suchen!
Denn wie oft holt man sich einen Stoff, weiß noch nicht genau was man daraus machen möchte – vielleicht ein Kleid? Da nehm ich doch lieber mal mehr Stoff!
Und dann hat man am Ende 20cm übrig, die in der Restekiste des Todes landen – dort wo sie erstmal nicht mehr hervorgeholt werden!
Als Anfänger habe ich echt selbst kleine Reste aufbewahrt und gedacht: wer weiß wofür ichs noch brauchen kann?
Mitlerweile bin ich da radikaler: alles was kein größeres Zusammenhängendes Stück ist – sagen wir mal in der Größe eines Blusenkragens – wird weggeschmissen.
Dünne Wurststückchen, die noch an größeren Stücken hängen werden abgeschnitten, denn sowas wird man 1. eh nie benutzen und
2. verheddert sich sowas dann nur untereinander – denn meine Restekisten dürfen auch zum Wühlen genutzt werden!
Es sind – im Vergleich zu meinen anderen Stoffkisten – einfach farblich sortierte Kisten, die man durchstöbern darf!

Wie gehe ich denn nun vor, wenn ich ein Stoffresteshirt mache?

Erstmal ist wichtig, dass ihr nicht unterschiedliche Stoffe untereinander mixt:
zumindest würde ich zwischen Webware und Jersey trennen und wenn ihr euch für eine Gruppe entschieden habt, von der anderen nur als Akzent etwas „drauf setzen“.
Denn die Dehnbarkeit und der Fall der beiden Stofftypen ist so unterschiedlich, dass es schnell seltsam aussehen kann.
In diesem Fall habe ich ja auch den abgeschnittenen Teil eines ehemaligen Plisseerocks einfach unten mit angenäht
– also auch Webware als Akzent eingesetzt.

Ich mache mir also kleine Stoffhaufen, die ich farblich zusammen lege: dunkle Jerseys – helle Jerseys – möchte ich etwas gemustertes mit drin haben?
Dann stelle ich mögliche Farbkombinationen zusammen, die für mich schön aussehen und Stoffrestetechnisch funktionieren.
Da muss man auch mal Abstriche machen und Stoffe nehmen, die einfach vllt mehr hergeben anstatt den, der farblich vllt perfekt gepasst hätte, aber leider zu klein ist.


Dann habe ich mir ein Schnittmuster herausgeholt, dass selbst schon etwas mehr Kleinteile hat.
Bei diesem Shirt sind der untere Arm und das Seitenteil nämlich zwei seperate Stücke.
Beim Vorderteil und Rückteil habe ich in der Mitte einen weißen Streifen eingeplant und diesen am Schnitt umgeklappt.
Ich wusste: mein Streifen wird ca. 22cm breit – also kann ich beim Vorderteil und Rückteil ca. 11cm vom Bruch gesehen umklappen
und den übrigen Bereich in orange zuschneiden – ich hoffe ihr versteht, was ich meine.
Wenn ihr das Ganze noch komplexer machen möchtet, könnt ihr natürlich auch das Schnittteil nochmal abzeichnen,
in unterschiedliche Bereiche unterteilen und auseinanderschneiden.


Das ist auch das Schöne meiner Meinung nach an diesen Shirts: man weiß vorher nie genau, was dabei rauskommt,
man probiert ein bisschen rum und am Ende hat man ein neues cooles Teil!
Diesmal wollte ich unbedingt noch den orangenen Stoff verwerten und hab einfach mal geschaut, was dazu passt.
Den Rest des Plisseerocks habe ich dann einfach noch spontan als „Highlight“ unten mit angenäht.
Sonst hätte ich vermutlich noch etwas auf das Shirt gestickt oder ihm irgendwie noch einen kleinen Hingucker verpasst – aber so hat es für mich gereicht! (:
Leider war der Plisseerock schmäler als mein Oberteil, deshalb musste ich bei der Hälfte ca. den Chiffon ungefaltet annähen
und hab die Plissees auch versucht rauszubügeln – also genau genommen ist es nur noch halb Plissee, was ich aber auch ganz cool finde!

Wie findet ihr das Shirt?

Ich hoffe ich konnte euch dazu ermutigen auch mal in eure Restekisten zu schauen und etwas Einzigartiges entstehen zu lassen!
Ich habe die anderen Upcycling Shirts, die ich vor Jahren schon gemacht habe auch mal abfotografiert und werde sie die nächsten Wochen hier präsentieren.
Es wird also weiter Upcycling Lastig bleiben – bleibt also dran!! (:
Ich bin mit dem Shirt auch mal wieder bei RUMS dabei – dort gibt es natürlich auch noch einige Inspiration für euch (:

Bleibt weiter kreativ, denn creativity is never wrong!