Bodypositivity


 

Wie ausgelutscht ist das Thema Bodypositivity?

Auch wenn es schon sehr viel Input zu dem Thema gibt, ist das Thema meiner Meinung nach erst dann unrelevant, wenn wir alle von uns sagen können,
dass wir „im Reinen“ mit unseren Körpern sind! Wenn ich meinen Teil dazu beitragen kann, den ein oder anderen zum Nachdenken anzuregen,
dann werde ich diese Möglichkeit nun nutzen, indem ich ein paar meiner Gedanken dazu teile. Wenn du mit dir selbst keinerlei Probleme hast:
herzlichen Glückwunsch, ich hoffe ich komme auch irgendwann mal an diesen Punkt!!! Dann ist der Text für dich wahrscheinlich eher uninteressant.

Ich muss zugeben, dass dieser Beitrag mir gar nicht so leicht fällt!
Nach Filmen wie „Embrace – du bist schön“ (von dem ich übrigens nur den Trailer gesehen hab – shame on me!) sollten wir doch alle nackig durch die Gegend hüpfen
und sollten auf die Meinung anderer, was unseren Körper angeht, keinen Wert legen! Doch oh wunder: so ist es leider nicht.

 

Ich folge jungen Frauen wie Bodyposipanda (schaut euch ihren Instagram Account an – sie ist eine sehr inspirierende Frau!)
Wer sie nicht kennt: sie wiegt doch ein paar Kilos mehr als ich und zeigt sich total selbstbewusst
z.B. im Bikini tanzend, ganz im „Schüttel deinen Speck“ Style – und sieht dabei einfach wunderschön lebensfroh aus!
Ich finde ihre Message großartig: sie steht dafür, dass man sich in jedem Körper wohl fühlen kann, dass jede Form und jeder Figurentyp schön ist!
Wir sollen uns in unseren Körpern sicher und wertvoll fühlen. Ich bewundere sie für ihre Selbstwertefühl und frage mich im gleichen Atemzug:
„kann ich mich im Badeanzug auf meinem Blog zeigen?“

„Aber die letzte Woche lief doch Sporttechnisch nicht so gut und ich hab auch etwas mehr Süßkram gegessen als sonst!
Vielleicht kann ich mich mal so zeigen, wenn ich 2-3kg weniger wiege…….!“ Solche Gedanken haben mich so lange beschäftigt bis ich mir gesagt habe:
„Nein! Genau deshalb solltest du dich nicht verstecken! Genau aus dem Grund, dass ich andere dafür bewundere, dass sie den Mut haben sich so zu präsentieren,
sollte ich es tun!“ Es ist ja immerhin nicht so, als würde ich mich hier nackt zeigen und wenn es mir selbst hilft,
meine Unsicherheit etwas mehr abzulegen, dann ist das doch die perfekte Gelegenheit! 😀

 

 

An mir selbst merke ich, dass ich mit zunehmendem Alter (ja ich bin schon echt alt!) immer besser mit mir klar komme.
Das liegt bestimmt nicht an irgend einer tollen Diät, einer modernen Fitnessform oder einem neuen Ernährungsplan: das liegt an meinen Gedanken und daraus resultierend auch an meiner Einstellung!
Vor allem im Teenager Alter beginnen viele von uns an sich zu zweifeln: bin ich richtig so? Was muss ich an mir ändern um (m)einem Schönheitsideal zu entsprechen?
Auch ich kenne diese Gedanken nur zu gut! Irgendwann habe ich zum Glück begriffen, dass es keinem Sinn macht einer oberflächlichen Vorstellung von mir selbst hinterher zu rennen!
Ich habe begriffen, dass ich mehr bin als nur mein Körper und dass mein Leben auch dann weiter geht, wenn mein Bauch nicht meinem Idealbild entspricht.
Mir ist klar geworden, dass das Thema Idealbild extrem unrealistisch ist und ich anfangen sollte mein eigenes Idealbild zu erschaffen! Und zwar ein gesundes, positivies Idealbild, dass mir nicht schadet!
Ich habe verstanden, dass es wichtig ist auf mich zu achten, auf meinen Körper aufzupassen, da ich eben nur diesen einen zur Verfügung habe!
Ich würde unglaublich gerne sagen, dass ich am Ende dieser Reise bin, aber das bin ich noch nicht.
Ich bin noch sehr selbstkritisch, es gibt bessere und es gibt schlechtere Tage; Tage, an denen ich zufrieden mit mir bin und Tage, an denen ich mich nicht gerne im Spiegel anschaue.
Aber das sehe ich mittlerweile als normal und vollkommen okay an und an den doofen Tagen beschäftige ich mich einfach weniger mit meinem Aussehen – dann ist das Thema auch weniger relevant!
Auch wenn man immer irgend etwas an sich findet, dass optimiert werden könnte, bin ich heute, im Vergleich zur unsicheren Teenager – Jessy, doch ganz zufrieden mit mir! 🙂

Und klar, mit seinem Körper zufrieden sein, bedeutet nicht, sich nackig im Internet präsentieren zu müssen!

Es bedeutet für mich aber, keine Angst davor zu haben, was andere von diesen Bildern denken könnten oder Gedanken darüber zu haben auf Grund von meiner Figur negativ bewertet zu werden! Es gibt nichts an unseren Körpern, wofür wir uns schämen müssen. Wenn ich also Badeanzugbilder präsentieren möchte, soll mich keine eigene Unsicherheit (auf Grund von einem gesellschaftlichen Idealbild) davon abhalten.

 

 

Es geht mir in diesem Beitrag nicht darum, einen ungesunden Lebensstil zu rechtfertigen so nach dem Motto „sich unter dem Stempel der Selbstliebe gehen zu lassen!“

Es geht darum auf sich selbst zu achten und mit sich selbst nicht „selbstzerstörerisch“ umzugehen!

Es geht mir außerdem darum die Dinge, die die Natur dir mitgegeben hat, mit positiven Gedanken entgegen zu treten, auch wenn sie nicht deinem Idealbild entsprechen.
Klar kannst du z.B. deine großen Oberschenkel hassen, dich mit deinen Gedanken runter ziehen, dich so sehr darauf fixieren, dass jeder Blick in den Spiegel zur Qual wird,
jede Trainigs- und Ernährungsmethode nutzen um sie dünner zu bekommen und am Ende dein komplettes Leben um deine Oberschenkel kreisen lassen.
Oder du beginnst auf dich zu achten, regelmäßig Sport zu treiben, sie im Rahmen von „normalen“ Methoden etwas zu verkleinern und versuchen dich nicht komplett auf deine „Problemzone“ zu fokussieren!
Mit positiven Gedanken und Selbstliebe werden sie nicht so, dass sie deinem Idealbild entsprechen. Aber du wirst sehen, dass sie es dann auch nicht sein müssen, einfach weil es nicht wichtig ist!

 

 

Ich denke viele von euch werden die Bilder nicht schlimm finden und ich mag sie auch sehr!
Aber es geht ja auch nicht um die Bilder selbst, sondern um die Überwindung,
die es mich gekostet hat solche Bilder von mir zu machen und mich so im Internet zu präsentieren!

Ich weiß natürlich auch, dass ich keine abnormale Figur habe und nicht „dick“ bin!
Aber in das Idealbild, in das ich mich jahrelang zwängen wollte, passe ich nicht hinein.
Das ist ja gerade das Schlimme an dieser Unsicherheit, die natürlich auch durch äußere, gesellschaftliche Bilder entstanden ist:
Sie kommt aus mir selbst und kann daher auch nur durch mich selbst geändert werden!
Und ich denke diese Bilder sind unter anderem ein Schritt in eine richtige Richtung!

Jeder, der die Bilder sieht, sollte sich außerdem bitte im Klaren darüber sein:
die Bilder sind zwar die Realität, in dem Sinne, dass ich nichts dünner bearbeitet habe ABER:
selbst Aspekte wie Pose, Lichteinstellung, nachträgliche Licht und Kontrastbearbeitung usw. machen einen großen Unterschied
und natürlich habe ich die Bilder ausgewählt, mit denen ich mich wohl fühle. Nichts, was wir im Internet gezeigt bekommen, ist ungefiltert.
Selbst der Bildausschnitt ist schon eine Art Filter! Und wir präsentieren uns natürlich alle so, wie wir gerne gesehen werden möchten!

Jetzt interessiert es mich aber auch, wie du zu dem Thema stehst!
Schreib mir gerne deine Meinung:
Würde es dir leicht fallen, Badeanzugbilder von dir im Internet zu veröffentlichen?
Ich bin gespannt, was du von den Bildern hältst!

Bleib weiter kreativ, denn creativity is never wrong 🙂

Deine JessicaLi

Zum Badeanzugbeitrag kommst du übrigens hier.
[der Stoff des Badeanzugs wurde mir von stoffe.de zur Verfügung gestellt]

2 Comments

  1. Amen! Du hast ganz tolle Worte zu diesem Thema gefunden!!

    Ich habe auch schon überlegt ob ich ein Foto im Bikini auf den Blog stellen kann oder ob ich damit eine „Grenze“ überschreite. Bis jetzt habe ich mich nicht getraut und weiß auch nicht ob ich es in Zukunft tun würde. Trotzdem begeistern mich Frauen wie du, die diesem Thema neuen Wind einhauchen und uns neue Denkanstöße verpassen. Danke für den Beitrag, Jessi!

    1. JessicaLi

      🙂 Das freut mich, dass ich da nicht auf taube Ohren gestoßen bin.
      letzt endlich müssen wir uns ja mit dem wohlfühlen, was wir auf unserem Blog hochladen, da haben wir zu zum Glück alle Freiheit der Welt. 🙂

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