Jumpsuit VI – das Problemkind




Hier kommt: mein Problemkind, die unschöne Realität, ein Projekt, mit dem ich wirklich nicht zufrieden bin!
Warum ich es euch trotzdem zeige? Naja von vorne sieht es ja noch ganz schön aus! 😀
Und ich wollte den Jumpsuit unbedingt hier mit in die Fotoreihe nehmen als Variationsmöglichkeit!!!!!
Also dachte ich bevor ich den oberen Teil wieder ab mache und nur eine Hose draus mache, zeig ich euch mal ein Paradebeispiel,
was schief laufen kann, wenn man nicht wirklich mit Schnitten arbeitet und eher so am eigenen Körper das Kleidungsstück entstehen lässt.

Der Stoff dieses Teils kam übrigens von einem alten Kleid, ich find ihn nach wie vor wirklich wirklich schön,
aber so war ich von Anfang an im Material etwas beschränkt. Aber immerhin war es kein teures Material, dass ich verkackt habe (;
Eigentlich war das Teil von Anfang an etwas verflucht! In der Ausbildung wurde mir eingetrichtert vorsichtig zu sein mit der Overlock, damit sich nicht Stoff
mit unter das Messer schiebt. Das habe ich immer brav gemacht und bisher habe ich auch nie etwas anderes als die Kante geschnitten und versäubert!
Jetzt nach 5 Jahren nähen war es dann wohl mal an der Zeit, dass auch ich diese tolle Erfahrung mache und in meinen Stoff rein schneide!
Mitten ins Vorderteil!!! Wie ihr in dem Bild hier darunter sehen könnt, habe ich versucht den Schaden zu reparieren und habe eine Naht gelegt.
Da dort auch Falten entlang fallen, war das noch vertretbar und man sieht es eigentlich nur, wenn man es auch weiß!

Das Vorderteil sollte diesmal recht eng sein mit Cut-Outs an den Seiten. Das habe ich schon öfter auf Fotos gesehen und finde es wirklich schön.
Das Rückenteil sollte einen recht weiten Ausschnit bekommen. Die Idee stand, alles schön und gut!
Jetzt kamen aber meine zwei größten Probleme:
1. das Abstecken und 2. ein enges anliegendes Kleidungsstück an sich selbst ausarbeiten!
ich nähe meistens ohne Schnitt bzw. nutze Schnitte die ich schon habe und kombiniere sie untereinander entweder neu oder veränder Kleinigkeiten auf dem Stoff. Meistens nähe ich recht weite Sachen und stecke die Teile dann wenn das grobe Gerüst stimmt an mir ab. Das war aber diesmal nicht der Fall:
der Jumpsuit sollte schließlich eng anliegend werden und mein größtes Problem war: mein Rücken! Man kann sich nicht selbst am Rücken abstecken!
Bei Tshirts hänge ich die Teile dann einfach an die Puppe, stecke es so, wie ich es mir vorstelle und ziehe es probeweise nochmal an. Das ging aber bei dem Jumpsuit nicht, da der Schritt meiner Puppe sehr weit nach unten geht. Die Hose des Jumpsuits hat es mir so unmöglich gemacht das Oberteil mal an der Puppe zu sehen.
Also war der Rücken eher so ein trial and error Ding! Ich musste die Rückenteile auch zwei mal zuschneiden! Dadurch, dass der obere Bereich eng sein sollte, hatte ich echt Probleme das Vorderteil schön auszuarbeiten! Vielleicht ist der Stoff auch einfach zu weich für ein Cutout aber letzt endlich sieht es nicht gut aus!
Es rutscht auch leider immer wieder etwas nach oben, und man sieht einen Teil des BHs – auch nicht so cool!


Der Rücken ist echt eine Katastrophe! )‘: Der Stoff wellt sich an der Kante sehr (ich weiß, schräger Fadenlauf – ich habe aber auch Einlage auf die Kante gebügelt!!!)
und der Reißverschluss wollte sich einfach nicht schön einnähen lassen! Ich habe ihn bestimmt 5 mal neu eingenäht, das muss ich normalerweise nie! ):
Wie man sieht, musste ich beim zweiten Mal Rückenteile zuschneiden einen Bereich des Kleides nehmen, wo schon Nähte waren.
Das ist an und für sich nicht schlimm, kann ja auch ganz cool aussehen aber da es recht eng ist, sieht man dass die Nähte schon etwas älter sind.
Vom Bund will ich dann gar nicht erst anfangen!!!! Auch an den Armausschnitten hat es so seine kleinen Problemchen…
hach wie ihr merkt ist das Teil nicht mein Lieblingsstück, obwohl es so viel Potential hatte!!!
Ich wollte das Teil einfach nur fertig bekommen! Ich habe daran bestimmt 2-3 Monate immer mal wieder etwas weiter gearbeitet, habe es immer wieder
in die Ecke gepfeffert, habe mir überlegt wie man es retten könnte und habe geschaut was man noch aus dem Kleid neu zuschneiden könnte…

Mein Fazit:
Der obere Bereich wird abgetrennt und ich nutze nur die Hose! Weil so werde ich das Teil eh nicht tragen! ):
Selbst wenn ihr jetzt noch denkt „hm geht doch eigentlich!“ Solltet ihr euch im Klaren darüber sein, dass Fotos
manche Dinge einfach nicht so wieder geben, wie sie in echt aussehen! Man kann jedes Kleidungsstück in ein gutes Licht rücken
mit Hilfe von Perspektive, Licht und Blickwinkel, also klar, dass es auch schöne Fotos von dem Teil gibt, aber in echt taugt es echt nicht so viel! ):

Was ich daraus gelernt habe:
enge Kleidungsstücke und vor allem Jumpsuits mit einem Rückendetail kann man nicht alleine an sich abstecken!
Ich hätte mir hier von Anfang an Hilfe holen sollen weil: ab ist nunmal ab!
Ich denke enge Teile selbst sind schon eine Herausforderung aber der Rücken hat mich dann doch etwas überfordert! ):
Was auch definitiv geholfen hätte, wäre das Oberteil erst an der Puppe auszuarbeiten und dann an die Hose zu nähen.

Schreib mir gerne mal, was du von dem Projekt hältst! Hast du auch schon so Problemkinder produziert?

Bleib mir kreativ, denn du weißt:
creativity is never wrong ♥

 

 

Schaut euch auch gerne die anderen Jumpsuits an, die deutlich besser geworden sind ^^

   

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One Comment

  1. Pingback: Jumpsuit VII – Strandlook – JessicaLi

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